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DIE SONNTAGE DER OSTERZEIT

Die sechs Sonntage der Osterzeit haben jede ihren eigenen Namen. Sie weisen auf den besonderen Charakter des jeweiligen Gottesdienstes hin und entfalten die österliche Botschaft. Die Osterzeit schließt mit dem Heiligen Pfingstfest ab, dem dritten großen Fest der Kirche.

Quasimodogeniti
Dieser Name ist ein Teil des Wochenspruchs aus dem 1. Petrusbrief 1, Vers 3: „Wie neu geborene Kinder“. Diese Bezeichnung wie auch der Name „Weißer Sonntag“ hat seinen Bezug zu unserer Taufe. Wie Jesus zu Ostern den Tod überwand, sind auch wir durch die Taufe wieder-geboren zu einer lebendigen Hoffnung.

Miserikordias Domini
Übersetzt aus dem Lateinischen: „Die Barmherzigkeit Gottes“. So oder auch "Sonntag des Guten Hirten" wird der 2. Sonntag der Osterzeit genannt. Durch die Texte und Lieder des Gottesdienstes zieht sich das Bild des guten Hirten, der seine Schafe weidet und für sie sorgt und sein Leben für seine Getreuen hingibt wie Jesus, der gute Hirte.

beginnt am Aschermittwoch.

40 Tage lang erinnern wir uns an den Leidensweg Jesu: Vom umjubelten Einzug in Jerusalem und die letzte Mahlzeit mit seinen Jüngern, über seine  Verhaftung, Verurteilung, Verrat bis zur Kreuzigung.

 Osterkreuz  in Pondok Indah.

Passion, Ostern und die Sonntage nach ostern

Die Ostergeschichte (Markus 16, Verse 1-8)
Und als der Sabbat vergangen war, kauften Maria von Magdala und Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um hinzugehen und ihn zu salben.
Und sie kamen zum Grab am ersten Tag der Woche, sehr früh, als die Sonne aufging.
Und sie sprachen untereinander: Wer wälzt uns den Stein von des Grabes Tür?
Und sie sahen hin und wurden gewahr, dass der Stein weggewälzt war; denn er war sehr groß.
Und sie gingen hinein in das Grab und sahen einen Jüngling zur rechten Hand sitzen, der hatte ein langes weißes Gewand an, und sie entsetzten sich.
Er aber sprach zu ihnen: Entsetzt euch nicht! Ihr sucht Jesus von Nazareth, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Siehe da die Stätte, wo sie ihn hinlegten.
Geht aber hin und sagt seinen Jüngern und Petrus, dass er vor euch hingehen wird nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er euch gesagt hat.
Und sie gingen hinaus und flohen von dem Grab; denn Zittern und Entsetzen hatte sie ergriffen. Und sie sagten niemandem etwas; denn sie fürchteten sich.

Warum? Diese Frage wird von Anfang an gestellt.

Es war die tiefe Liebe Gottes zu den Menschen, die Gott dazu brachte, in Gestalt von Jesus Christus das Leid, das Menschen sich zufügen bis zum qualvollsten Tod, selbst zu erleiden. Diese tiefe Liebe Gottes zu den Menschen bringt ihn dazu, selbst die tiefsten Abgründe mit ihnen zu teilen, um dadurch deutlich werden zu lassen: Ich lasse euch auch in den schwersten Zeiten nicht allein. Nichts kann zwischen mir und euch stehen.

Erst mit der Reformation konnten Christinnen und Christen auf diese Liebe Gottes antworten – ohne zugleich glauben zu müssen, selbst für den Tod Jesu verantwortlich zu sein und dafür büßen zu müssen. 








Am Ende erstrahlt das Osterfest über allem Leiden: Das Fest des Lebens, der Sieg über den Tod, die Gewissheit, dass Jesus Christus uns die Tür geöffnet hat zu seinem Vater. Dort finden wir unseren Platz im ewigen Vaterhaus.​

Jubilate
Der 3. Sonntag nach Ostern heißt Jubilate = „jauchzet“ oder „jubelt“ (Gott, all ihr Länder). So beginnt der Eingangspsalm 66. Über die neuen Lebensmöglichkeiten, die Jesus uns durch seine Auferstehung schenkt, können wir ganz ausgelassen jubeln und feiern.

Kantate
Wer fröhlich ist, der singt gerne. Deshalb heißt der 4. Sonntag nach Ostern Kantate = „Singet“ (dem Herrn ein neues Lied, denn er tut Wunder), aus Psalm 98. Ostern bedeutet, dass wir von unseren alten Jammergesängen herunterkommen und neue Lieder des Lebens anstimmen können.

Rogate
Rogate = „Betet“ heißt der 5. Sonntag nach Ostern. Er leitet sich aus einem mittelalterlichen Brauch ab. Damals wurden an diesem Sonntag und an den folgenden Tagen Bittgänge auf die Felder für die Ernte vorgenommen. Für uns heißt beten bis heute: Wir dürfen zu dem Herrn über Leben und Tod über alles sprechen und wir dürfen auch für unsere Mitmenschen beten.

Christi Himmelfahrt
Am Donnerstag vor dem 6. Sonntag nach Ostern feiern wir das Fest „Christi Himmelfahrt“. Als eigenständiges Fest am 40. Tag nach Ostern setzte es sich erst im 4. Jahrhundert durch. An diesem Festtag denken wir daran, dass der auferstandene Jesus zu Gott erhöht wurde, d. h. für uns ist er Herr des Himmels und der Erde.

Exaudi
Der 6. Sonntag nach Ostern heißt Exaudi = „erhöre mich“. Er steht ganz im Zeichen des Abschieds von Jesus und der Verheißung des heiligen Geistes. Der wird dann zu Pfingsten über die Jüngerinnen und Jünger ausgegossen.

Die Passionszeit

Die Karwoche
​​Die sieben Wochen vor dem Osterfest nennen wir die Passionszeit. Passion = Leiden oder auch Leidenschaft. Die letzte Woche vor Ostern nennen wir Karwoche (von cara, ahdt. = Trauer, Klage). Sie beginnt mit dem Palmsonntag.

Palmsonntag: Der Sonntag ist benannt nach dem Evangelium des Gottesdienstes (Johannes 12, 12-19). Dort wird berichtet, wie Jesus auf einem Esel reitend nach Jerusalem einzieht. Die begeisterte Menschenmenge feiert ihn als den verheißenen Retter Israels und legen ihm Palmzweige auf den Weg.

Gründonnerstag: Der Tag hat seinen Namen von dem Wort "greinen" = weinen. An diesem Tag, an dem die Christen die Einsetzung des Heiligen Abendmahls durch Jesus am Abend vor seinem Tode feiern, wurden früher die vom Abendmahl ausgeschlossenen Sünder wieder zum Abendmahl zugelassen.

​Die Fußwaschung Jesu gehört auch zu diesem Tag. Jesus schürzt sich wie ein Diener und wäscht vor dem Essen seinen Jüngern die Füße. Damit zeigt Jesus, dass er als Sohn Gottes wie ein Diener zu uns sein will, der uns zum ewigen Leben hilft.

Karfreitag: So nennen wir den Todestag Jesu. Jesus wollte bewusst den Weg eines Menschen gehen bis zum bitteren Ende am Kreuz. Warum? Er hat es für uns getan: Solidarisch mit all den Menschen, die selbst leiden, verlacht und verspottet werden. Mitfühlend mit all denen, die von Schuld beladen sind. Er trägt sie für uns am Kreuz.

Karsamstag: An diesem Tag denken wir Christen an die Grablegung Jesu. Josef von Arimathäa, ein Ratsherr und Nachfolger Jesu, erbittet sich von Pilatus den Leichnam Jesu. Er nimmt ihn vom Kreuz ab, legt ihn in ein neues Felsengrab und verschließt es mit einem Rollstein.


Ostern
​Einen Tag später, am Ostersonntag, feiern wir die Auferstehung Jesu. Als drei Jüngerinnen frühmorgens zum Grab kamen, um dem Leichnam Jesu die letzte Ehre zu erweisen, sahen sie zu ihrer großen Überraschung das Grab offen und leer. Ein Bote Gottes sagte den bestürzten Frauen: "Was sucht ihr den Lebendigen bei den Toten? Er ist nicht hier. Er lebt. Geht zu seinen Jüngern und sagt ihnen diese Botschaft." Alle vier Evangelisten überliefern die Auferstehung Jesu jeweils in ihrer besonderen Art. Ostern ist für uns Christen das wichtigste Fest: "Jesus lebt, mit ihm auch ich" heißt es in einem Lied. Der Tod hat nicht das letzte Wort. Auch nicht für uns.