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Adventskalenderpredigt

Anrufung

Ewiger und ganz naher Gott,
Die vielen kleinen und grossen Lichter in dieser Zeit
verstärken die Sehnsucht danach zu fragen,
was mein Leben hell macht.
Die vielen guten Wünsche in dieser Zeit
verstärken die Sehnsucht
nach einem friedlichen Miteinander in dieser Welt.
Gott, Du willst zu uns kommen.

Bitte, komm uns entgegen.
Sprich zu uns durch die alten Worte der biblischen Verheißungen,

sprich zu uns durch neue Worte.

Wir sehnen uns danach, nicht nur mit den Ohren, sondern mit dem Herzen aufzunehmen,

wer du für uns bist,

das Licht, das nicht vergeht.

 


Zum Advent


Mache dich auf und werde licht, denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der Herr und seine Herrlichkeit erscheint über dir.

Verheißung des Propheten Jesaja (Jesaja 60,1+2)

​Verkündigung

Warum gibt es glitzernde Lichter im Advent?

Für wen werden Sterne aufgehängt?

Wieso werden jetzt Geschenke gekauft und schön eingepackt?

Advent heißt Ankunft, Ankommen. Gott kommt wie ein strahlender Stern am dunkeln Nachthimmel. Menschen hoffen auf ihn und warten, sie wollen seine Ankunft schön vorbereiten und sie möchten, dass auch andere sich mitfreuen.

Dazu gehört auch die Tradition vom Adventskalender.

Jeden Tag gibt es eine kleine Überraschung. Das ist das Schöne am Adventskalender. Was mag sich wohl hinter dem Türchen verbergen? Etwas Nettes auf jeden Fall, etwas, das Freude macht und uns Geschmack machen will, uns auf Weihnachten zu freuen, uns zu freuen auf das neue Leben, das Gott durch das Christkind schenkt. Jeden Tag, bis sich am 24. das größte Türchen öffnet.

Adventskalender – ein Türchen öffnen und schon bist du wieder ein bisschen näher an Weihnachten dran. Als Kind war das für mich das allererste am Morgen, die nächste Tür am Kalender öffnen, der mit viel Silber festlich glitzerte! „Macht hoch die Tür, die Tor macht weit“, das waren meine Adventskalendertürchen. In vielen Familien bestehen die Adventskalender aus nummerierten Säckchen, wo jeden Tag eine Überraschung drin ist.

Die Idee dahinter ist immer die gleiche: es geht darum, sich vorzubereiten auf das Weihnachtsfest und sich jeden Tag mehr freuen kann, da man immer sehen kann, wie lange es noch dauert.

Letztendlich geht es ja nicht nur um diesen Kalender, sondern um den Inhalt des 24. Türchens. Das wird immer häufiger vergessen. Jeden Tag eine weitere Tür offen oder ein Säckchen weniger, jeden Tag einen Schritt näher an Heilig Abend - und an die Geschenke, jeden Tag ein bisschen Vorfreude auf das, was bald kommt, auf Weihnachten.

Der Adventskalender will uns Geduld lehren, damit wir merken, dass wir nicht alles gleich sofort haben können. Er lehrt uns, dass Ungeduld nichts hilft. Wenn ich das Türchen vom morgigen Tag öffne, hilft das gar nichts. Der morgige Tag fängt eben erst morgen an. Geduld bedeutet, die kleinen Geschenke Gottes für heute dankbar anzunehmen.

Das klingt wie eine harmlose Lebensregel! Aber darin liegt eine der tiefsten Einsichten des christlichen Glaubens. Gott möchte uns Tag für Tag reich beschenken, und ganz besonders am Christfest.

Das feiern wir dann beim 24. Türchen, am Hl. Abend: In Jesus wurde Gott sichtbar.

Jesus sagt in Joh 14,9: „Wer mich sieht, sieht den Vater.“

Durch Jesus hat Gott sich uns gezeigt. Wenn wir wissen wollen, wie Gott ist, sollen wir Jesus anschauen und seine Worte studieren. Er stellt uns Gott vor, so wie ihn schon die Menschen des Alten Testaments kannten – barmherzig, geduldig, von grosser Güte, voll Gnade und Wahrheit.

Jesus zwingt uns Gott nicht auf. Er beschreibt in seinen Gleichnissen anschaulich das Reich Gottes und macht uns Geschmack darauf, dabei zu sein, selbst zum Reich Gottes zugehören.

Ja, Jesus bezeichnet sich sogar als Tür: „Ich bin die Tür, wenn jemand durch mich hineingeht, wird er gerettet werden und wird ein und ausgehen und Weide finden.“ (Joh 10,9)

Das ist das größte Türchen des Adventskalenders – das mit der Nr. 24! Da geht nicht nur ein kleiner Spalt auf, sondern ein riesiges Tor, ein Portal. Wer sich auf diesen Jesus einlässt, bekommteine lebendige, tiefe, tragende Beziehung zu Gott. Dieses Tor zu seiner unendlichen Liebe wird uns durch das Christkind aufgemacht.

Das wünsche ich uns von ganzem Herzen.

Amen.​




Pfarrerin Jutta Seifert

Evangelische Gemeinde
Deutscher Sprache
in Jakarta