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predigt am palmsonntag 

05. april 2020




 Als am nächsten Tag die große Menge, die aufs Fest gekommen war, hörte, dass Jesus nach Jerusalem kommen werde, nahmen sie Palmzweige und gingen hinaus ihm entgegen und schrien: Hosianna! Gelobt sei, der da kommt im Namen des Herrn, der König von Israel! Jesus aber fand einen jungen Esel und setzte sich darauf, wie geschrieben steht (Sacharja 9,9):  »Fürchte dich nicht, du Tochter Zion! Siehe, dein König kommt und reitet auf einem Eselsfüllen.

Johannes 12, 12-15

Lied 314,5.6: Jesus zieht in Jerusalem ein
Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Alle Leute rufen laut und loben Gott den Herrn!
Hosianna, Hosianna, Hosianna ihn der Höh(2x)
Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Kommt und lasst uns bitten, statt das »Kreuzige« zu schrein:
Komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, auch zu uns.
Komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, komm, Herr Jesus, auch zu uns.


 

 


Verkündigung:

Liebe Gemeinde, Kinder und Erwachsene,

Der Esel hat keinen besonders guten Ruf.

„Du Esel“ rufen wir, wenn sich jemand ziemlich dumm anstellt. Mit „alter Esel“ bezeichnen wir eine Person, die auch aus Erfahrung nicht klug wird.

Der Esel ist störrisch. Plötzlich bleibt er stehen. Da nützt kein Ziehen, Stoßen, Schlagen, Fluchen. Er rührt sich nicht vom Fleck. Menschen kann der Esel so zur Weißglut reizen.Was hat er bloß?

Aber faul ist er nicht! Im Orient und in anderen kargen und unzugänglichen Gebieten trägt er oft riesige Lasten, unter denen er kaum mehr zu sehen ist - und er trägt sie mit sprichwörtlicher Eselsgeduld.

 

Szene: Ein Esel klagt

Ich ackere den ganzen Tag, trage Lasten, finde Halt auf unebenen, steinigen Wegen, laufe im Kreis um den Brunnenschacht zum Wasserschöpfen, bleib auch mal erschöpft stehen und habe keine Lust mehr.

„Sturkopf, bockiges Grautier, alter Esel, die Ohren sollte man dir langziehen!“ hör ich dann das Geschrei. Ich wehre mich nicht, die Kinder mögen mich, weil ich sie gutmütig spielen und necken lasse. Langsam kaue ich, was man mir hinlegt, zumindest das schätzen Menschen an mir: meine Genügsamkeit. Ich stelle keine Ansprüche.

Mit mir wird man kein Aufsehen erregen, wenn man in die Stadt geht. Dazu braucht man ein elegantes Pferd und passende Kleidung. Das imponiert den Menschen, darauf schauen sie respektvoll.

Ich bin nur ein Esel.

 

Lied 314,1.2: Jesus zieht in Jerusalem ein

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Alle Leute fangen auf der Straße an zu schrei'n
Hosianna, Hosianna,Hosianna in der Höh' (2x)
Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!
Seht, er kommt geritten, auf dem Esel sitzt der Herr,

Hosianna, Hosianna, Hosianna ihn der Höh(2x)

 

Ich finde, derEsel hat eine sympathische Seite. Wir Menschen fühlen uns im Vergleich zu den Tieren als vernünftig und selbstbestimmt. Dabei lassen sich Menschen leicht verführen von anderen Menschen, von Ideen, von Vorurteilen. In manchen Situationen wünsche ich uns etwas von der Unbeugsamkeit eines Esels. Er zeigt Charakter. Entweder er will oder er will nicht. Basta.

Seine adeligen Verwandten, die Pferde, sind schön und hochgewachsen, oftmals richtig edel, sie lassen sich die tollsten Kunststücke andressieren, sie legen sich beim Sport leidenschaftlich ins Zeug und waren seit Tausenden von Jahren treue Kriegskameraden und taugen für die Polizeiarbeit.

Mit dem Esel geht das alles nicht. Jeder Dompteur würde sich an ihm die Zähne ausbeißen. Auch für Krieg und Polizei taugt er nicht. Er könnte zur falschen Zeit bocken.

Der Esel gehört in die Lebenswelt der kleinen, hart arbeitenden Leute.

 

Lied 314,3.4: Jesus zieht in Jerusalem ein

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna!

Kommt und legt ihm Zweige von den Bäumen auf den Weg!

Hosianna, Hosianna, Hosianna ihn der Höh (2x)

Jesus zieht in Jerusalem ein, Hosianna! Kommt und breitet Kleider auf der Straße vor ihm aus!

Hosianna, Hosianna, Hosianna ihn der Höh (2x)

Die Problemretter dieser Tage benutzen schwarze Limousinen oder Flugzeuge. Was haben wir in den letzten Monaten miterlebt: Attentate, Kriegsandrohungen, Hass, Pöbeleien, heftige Überschwemmungen, Heuschreckeninvasion, eine Epidemie wird zur Pandemie, Korruption, überlebenswichtige medizinische Hilfsmittel werden den Ärmsten weggekauft …

Am Palmsonntag wird unsere Welt auf dem Kopf gestellt.Schon der Prophet Sacharja hatte es den Menschen angekündigt: Gottes König kommt sanftmütig und demütig auf einem Esel.

Was in seinem Königreich zählt sind Vertrauen, Gerechtigkeit, Fürsorge, Barmherzigkeit.

Heute, an Palmsonntag feiern wir, dass Gott einziehen will in unsere Herzen.

Was tragen wir menschlichen Esel im Leben so alles mit uns herum! Eigene und fremde Ansprüche, in der Schule, im Beruf, im Familienalltag, in der sogenannten Freizeit.

Jesus kommt auf einem Arbeits- und Lastentier. Er macht Mut, das was uns schwerfällt und bedrückt, bei ihm abzugeben. Er willunseren Weg erleichtern, damit wir in Frieden weitergehen können.

Es wäre wunderbar, sich in dieser Woche die Zeit zu nehmen, um zu beten, um Worte des Friedens zu hören und zu sagen, einfach Gott das Herz zu öffnen, um ihn ins Herz einziehen zu lassen.

Amen.

Pfarrerin Jutta Seifert

Evangelische Gemeinde
Deutscher Sprache
in Jakarta